Das Un-Recht der Kirche
Die Kirche hat es nicht verstanden und wird es nicht verstehen.
Der Klerus (nicht das Fußvolk, welches sich selbstlos für soziale Belange einsetzt), ist- und hat ein Problem.
Das ist nicht nur der Missbrauchsskandal, sondern v.A. die Unfähigkeit und der Unwille, dem Problem offensiv zu begegnen. Statt den Opfern Entschädigung und Hilfe anzubieten, betreibt sie Schadensbegrenzung, bettelt um Vergebung und leckt voller Selbstmitleid ihre Wunden.
In mehr als 1000 Jahren Unterdrückung, Ausbeutung und Erbschleicherei hat die katholische Kirche unermesslichen Reichtum zusammengerafft und begründet auf diese “Erfolgsstory” ihren Unfehlbarkeitsanspruch.
Die Führungsebene wird von fanatischen Sektierern dominiert, die bedingungslose Unterwerfung fordern und von der heiligen Inquisition träumen. Ginge es nach ihnen, würden auf den Marktplätzen noch heute die Scheiterhaufen brennen.
Seit je her gründet die katholische Kirche ihre Macht auf die Gottesfurcht und Duldungsstarre der Gläubigen.
Sie missbrauchen den Glauben der Menschen zu deren Unterdrückung unter ihr despotisches Herrschaftssystem und zu ihrer hemmungslosen Bereicherung.
Diese bigotte Frömmelei ihrer “Würdenträger” kaschiert nur sehr oberflächlich, dass es der Amtskirche nur um die Machterhalt und -ausübung um jeden Preis geht.
Auf die Tatsache, dass ihr, nicht erst seit den jüngsten Ereignissen, immer mehr Menschen den Rücken kehren, reagiert sie teils mit Ignoranz, teils mit Trotz, aber nie mit Selbstreflektion.
Es ist illusorisch anzunehmen, dass bei einem solchen Selbstverständnis so etwas wie Unrechtsbewusstsein entstehen kann. Das wird bestenfalls geheuchelt, darin hat sie 2000 Jahre Übung.
In der heutigen Zeit hat die katholische Kirche in ihrer derzeitigen Erscheinungsform keinerlei Anspruch auf ernsthafte Wahrnehmung. Sie ist sexualneurotisch, frauenfeindlich und despotisch. Ein Relikt aus dem Mittelalter und in einer aufgeklärten, pluralistischen Gesellschaft so überflüssig wie ein Kropf. Ihre karitativen Aufgaben werden von nicht kirchlichen Organisationen in wesentlich effizienterer Weise wahrgenommen.
Was würde wohl geschehen, wenn z.B. “Ärzte ohne Grenzen” den Großteil ihrer Spenden in Grundstücks- und Immobiliengeschäfte und Unternehmensbeteiligungen investieren würde?
Axel John
Sonntag, 14. März 2010 15:05
Die Kirche ist das älteste Unternehmen in Europa, welches mehr als 1000 Jahre überstanden hat. Älter als jedes Königshaus oder anderes Adelsgeschlecht als Unernehmen.
Insofern bietet die Kirche einen wichtigen Untersuchungsraum dafür, was ist das Eigentliche in dem Unternehmen Kirche, das diesem Unternehmen das Überleben in allen vorangegangenen Gesellschaftsordnungen und Staaten erlaubte.
Für die Gesellschaftskritik und angesrebte gesellschaftlichen Veränderungen ist dieses Wissen unumgänglich, um als neue Gesellschaft zu bestehen.
Die heutigen Staaten mit ihrer Gesellschaftsordnng beherrschen nicht all die Methoden, welche die Kirche auszeichnet, um über Jahrtausende als Unternehmen zu überleben.
Der liebe Gott ist es nicht, der ihr hilft.